Messianische Gemeinde Konstanz/Wattwil
 Messianische Gemeinde Konstanz/Wattwil 

Überschrift

Jede biblische Figur oder Geschichte dient uns zum Vorbild und zur Lehre. Der Apostel Paulus formulierte es an seinen Bruder Timotheus so:

Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes ganz zubereitet sei, zu jedem guten Werk völlig ausgerüstet. (2. Timotheus 3,16)
Insofern ist jeder biblische Text auch ein Lehrtext, jede biblische Geschichte ein Gleichnis und jede biblische Person ein Vorbild, welche uns als Orientierung für die gerechten Wege Gottes gegeben sind.
Die Beziehung zwischen Gideon und YHWH war eine ganz besondere. Gideon war ein einfacher Mann, der von YHWH zu Großem berufen wurde. Er wird von Ihm als tapferer Held bezeichnet. In dieser Reihe wollen wir uns die Geschichte von Gideon etwas genauer ansehen. Der biblische Text darf einfach zu uns sprechen und der Heilige Geist uns in die Wahrheiten und Erkenntnisse führen, die für jeden Einzelnen von uns wichtig ist.
Vielleicht haben wir am Ende der Reihe ein besseres Bild davon, was einen Helden Gottes ausmacht.

In diesem ersten Teil, werfen wir einen Blick auf Gideons Berufung. Wie hat sich Gott ihm offenbart? Wie findet Er Gideon vor? Und in welchen Umständen wächst Gideon auf?

DAS GESELLSCHAFTLICHE UMFELD GIDEONS

Die Geschichte Gideons führt uns in die Zeit der Richter. Diese Zeitperiode Israels war geprägt von vielen Höhen und Tiefen. Die Schrift fasst die Zeit der Richter wie folgt zusammen:

Und das Volk diente YHWH, solange Josua lebte und solange die Ältesten da waren, die Josua überlebten, welche alle die großen Werke YHWH’s gesehen hatten, die Er an Israel getan hatte… Und als auch jene ganze Generation zu ihren Vätern versammelt war, kam eine andere Generation nach ihnen auf, die YHWH nicht kannte, noch die Werke, die Er an Israel getan hatte. Da taten die Kinder Israels, was böse war in den Augen YHWH’s, und sie dienten den Baalen;…Da entbrannte der Zorn YHWH’s über Israel, und Er gab sie in die Hand von Räubern, die sie beraubten; und Er verkaufte sie in die Hand ihrer Feinde ringsum, sodass sie vor ihren Feinden nicht mehr bestehen konnten…Doch erweckte YHWH Richter, die sie aus den Händen derer retteten, die sie beraubten. Aber auch ihren Richtern gehorchten sie nicht, sondern sie hurten mit anderen Göttern und beteten sie an und wichen bald ab von dem Weg, auf dem ihre Väter im Gehorsam gegen die Gebote YHWH’s gegangen waren; sie handelten nicht ebenso. Wenn aber der YHWH ihnen Richter erweckte, so war der YHWH mit dem Richter und errettete sie aus der Hand ihrer Feinde, solange der Richter lebte; denn YHWH hatte Mitleid wegen ihrer Wehklage über ihre Bedränger und Unterdrücker. Wenn aber der Richter starb, so handelten sie wiederum verderblich, mehr als ihre Väter, indem sie anderen Göttern nachfolgten, um ihnen zu dienen und sie anzubeten; sie ließen nicht ab von ihrem Treiben und ihrem halsstarrigen Wandel. (Richter 2,7.10.14.16-19)

Die Zeit der Richter war geprägt von Ungehorsam gegenüber den Geboten Gottes und Seinem darauf folgenden Gericht. Gleichzeitig war aber auch das Mitleid und die Gnade, die YHWH über Sein Volk hatte, indem Er ihm immer wieder Richter sandte, die es auf den richtigen Weg führen sollte, sichtbar. Doch auch diesen von Gott gesandten Richtern gehorchte Israel kaum.

Gideon lebte in einer Zeit, in der Israel erneut durch ein fremdes Volk bedrückt wurde. Dieses Mal waren es die Midianiter und ihre Verbündeten.

Und die Kinder Israels taten [wieder], was böse war in den Augen YHWH’s; da gab sie YHWH in die Hand der Midianiter, sieben Jahre lang. (Richter 6,1)

Sieben lange Jahre herrschten die Midianiter über das Volk Israel. Diese Midianiter mussten aus einem anderen Stamm in Midian entspringen als derjenige, der von Israel schon in der Wüste geschlagen worden ist (Vgl. 4. Mose 31). Doch ist es gut möglich, dass diese Midianiter (zur Zeit der Richter) mit den Midianitern zur Zeit der Wüstenwanderung verbunden waren und sie nun Rache für die damalige Niederlage ihres verbündeten Stammes suchten. Nach einem langen Warten war die Gelegenheit dafür scheinbar gekommen.

Durch Israels Halsstarrigkeit lastete die Hand der Midianiter immer schwerer auf dem Volk, so schwer, dass ein geregeltes Leben kaum noch möglich war. Ein Großteil des Gottesvolkes befand sich auf der Flucht und in Verstecken im Gebirge (Vgl. Richter 6,2). Sie verließen ihre Häuser und tauschten sie für eine scheinbar sicherere Zuflucht in den Bergen.

Und es geschah, wenn Israel etwas gesät hatte, so kamen die Midianiter und die Amalekiter und die Söhne des Ostens gegen sie herauf; und sie lagerten sich gegen sie und verwüsteten den Ertrag des Landes bis hin nach Gaza und ließen keine Lebensmittel übrig in Israel; auch keine Schafe, Rinder und Esel; denn sie kamen samt ihrem Vieh und ihren Zelten herauf wie eine große Menge Heuschrecken, sodass weder sie noch ihre Kamele zu zählen waren; und sie fielen in das Land ein, um es zu verheeren. (Richter 6,3-5)

Es ist auffällig, dass sich gegen Israel offensichtlich ein ganzer Bund von Völkern mit den Midianitern zusammengerottet hatte, um Jahr für Jahr das Land zu verwüsten. Wir lesen nicht, dass sie raubten, nein, sie verwüsteten das Land. Es ging ihnen offensichtlich nur um die Zerstörung und Schwächung Israels.

Israel lebte unter Terror und Unterdrückung. Es lebte in Angst und Schrecken und war weit entfernt von einem friedlichen Leben im verheißenen Land.

Ein fremdes Volk breitete sich in ihrem Land aus, um sie zu unterdrücken und das Land zu verwüsten. Israel schrie zu YHWH (Vgl. Richter 2,6). Und Er antwortet durch eine Propheten, welcher unmissverständlich die Ursache ihrer Not feststellte:

Und Ich [YHWH] sprach zu euch: Ich bin YHWH, euer Gott! Ihr sollt die Götter der Amoriter nicht verehren, in deren Land ihr wohnt! Aber ihr habt Meiner Stimme nicht gehorcht! (Richter 6,10)

WER WAR GIDEON?

In solch einer Zeit der Unsicherheit und des Terrors lebte Gideon. Gideon kam aus dem Stamm Manasse und war der jüngste im Hause seines Vaters Joas (Vgl. Richter 7,15).

Gideons Name bedeutet soviel wie „Holzfäller“. Holzfäller schien nicht unbedingt der begehrteste Beruf gewesen zu sein, bringt ihn Josua doch mit einem Fluch über die Gibeoniter in Verbindung (Vgl. Josua 9,23). Vor diesem Hintergrund liegt der Schluss nahe, dass Gideons Vater auch keine größere Begabung in seinem Jüngsten gesehen haben könnte, als eben ein Holzfäller zu sein.

Doch YHWH sah Gideon mit anderen Augen. Er sah Seinen geliebten Sohn in ihm und wusste sehr genau, was Er mit ihm vorhatte. Gideon sollte nicht nur gewöhnliche Bäume fällen [Hebräisch: גָּדַע/gada]. Er sollte im Auftrag Gottes das Böse in Israel zu Fall bringen.

Und alle Hörner der Gottlosen will Ich abhauen [גָּדַע/gada]; aber die Hörner des Gerechten sollen erhöht werden! (Psalm 75,11)

YHWH OFFENBART SICH GIDEON

Wie wurde Gideon nun in seine Berufung hineingeführt? Wie begegnete Gott ihm?

YHWH fand Gideon bei einer Arbeit vor, die davon zeugte, dass auch er sich vor den Midianitern fürchtete.

Und der Engel YHWH’s kam und setzte sich unter die Terebinthe bei Ophra; die gehörte Joas, dem Abiesriter. Und sein Sohn Gideon drosch Weizen in der Kelter, um ihn vor den Midianitern in Sicherheit zu bringen. (Richter 6,11)

Gideon sah noch keinen Weg aus der Terrorherrschaft durch die Midianiter. Er schien sich mit diesem Leben in Israel arrangiert zu haben und brachte seine Ernte in Sicherheit. Es ist außerdem zu vermuten, dass Gideons Haus im Land Gilead, also östlich des Jordan angesiedelt war – die Abiesriter bzw. Jeseriter stammten von Gilead (Vgl. 4. Mose 26,39) – und Gideon und sein Vaterhaus somit eines der ersten war, die von den Söhnen des Ostens überfallen wurden. Sie traf es zuerst, sie sollten vorbereitet sein.

Doch YHWH hatte einen Plan mit Gideon und sprach zu ihm:

YHWH ist mit dir, du tapferer Held! (Richter 6,12b)

Gideon, der nach einem Vater nur zum Holzfäller taugte, sollte ein tapferer Held sein, mit dem YHWH war? Gideon konnte es kaum glauben und sprach auch deutlich aus, dass YHWH ihn und sein Volk verlassen habe (Vgl. Richter 6,13).

YHWH aber wandte sich zu ihm und sprach: Geh hin in dieser deiner Kraft! Du sollst Israel aus der Hand der Midianiter erretten! Habe ich dich nicht gesandt? (Richter 6,14)

Gideon konnte dieser Aufforderung nur schwer nachkommen und seine Berufung nicht annehmen. Nach einigem Hin und Her forderte er ein Zeichen von dem Mann, den er immer noch nicht als den Engel YHWH’s erkannt hatte.

YHWH ging auf all die Unsicherheit und den Zweifel Gideons ein. Gideon lag Ihm am Herzen und Er warb um ihn. YHWH wusste, dass Gideon derjenige war, den Er dazu geschaffen hatte, Israel aus der Hand der Midianiter zu befreien.

Und als Gideon endlich erkannte, dass der Allmächtige selbst zu ihm gesprochen hatte, durchfuhr ihn Furcht.

Als nun Gideon sah, dass es der Engel YHWH’s war, sprach er: Wehe, mein Herr, YHWH! Ich habe ja den Engel YHWH’s von Angesicht zu Angesicht gesehen! (Richter 6,22)

Aber YHWH sprach zu ihm: Friede sei mit dir! Fürchte dich nicht, du wirst nicht sterben! (Richter 6,23)

Wie geduldig und einfühlsam holte YHWH den kleinsten aus dem Hause Joas des Abiesriter ab? Er warb um ihn, bis Gideon bereit war, in die Fußstapfen zu treten, die für ihn vorgesehen waren. Und welch eine Berufung steckte letztlich dahinter!

Vor diesem Hintergrund dürfen wir uns selbst prüfen:

Wie sehen wir uns? Welche Ziele und Pläne sehen wir für uns? Und wie sieht uns YHWH? Wandeln wir in unserer Berufung und in den Fußstapfen, die YHWH für uns vorgesehen hat? Und tun wir es Gideon gleich und akzeptieren dies auch?

Eins steht fest: Es ist heldenhaft, sich der Berufung Gottes zu stellen, denn in der Folge wird YHWH uns aus unserem gewohnten Leben herausreißen. Aber wenn wir uns darauf einlassen, unsere Berufung gefunden haben und darin wandeln, werden wir, wie Gideon auch, Frieden haben.

Da baute Gideon YHWH dort einen Altar und nannte ihn: „YHWH ist Friede“; der steht noch bis zum heutigen Tag in Ophra der Abiesriter. (Richter 6,24)

 

Gideon war nun berufen, das Volk Israel von der Hand der Midianiter zu erretten. Er war von YHWH als der tapfere Held auserkoren, der Sein Volk in die Freiheit zurück führen sollte. Doch zuvor hatte Gideon eine Prüfung zu bestehen. Eine Prüfung, die zeigen sollte, ob er sich wirklich mit ganzem Herzen dem Allmächtigen zuwenden würde.

In derselben Nacht, in der YHWH Gideon begegnete, sprach Er zu ihm:

Und in jener Nacht sprach YHWH zu ihm: Nimm den Stier, der siebenjährig ist, und reiße den Altar des Baal nieder, der deinem Vater gehört, und haue das Aschera-Standbild um, das dabei ist, und baue YHWH, deinem Gott, oben auf dem Gipfel dieser Bergfeste durch Aufschichtung einen Altar; und nimm den zweiten Stier und opfere ein Brandopfer mit dem Holz des Aschera-Standbildes, das du umhauen wirst! (Richter 6,25-26)

Die erste Mission Gideons sollte den Götzendienst in seinem eigenen Haus bzw. im Haus seines Vaters beseitigen. Gideon war aufgefordert, den Baalsaltar seines Vaters zu zerstören und diesen gegen einen Altar YHWH’s zu ersetzen. Und genau dies tat er auch:

Da nahm Gideon zehn Männer von seinen Knechten und machte es so, wie YHWH es ihm gesagt hatte; weil er sich aber vor dem Haus seines Vaters und vor den Leuten der Stadt fürchtete, dies bei Tag zu tun, tat er es bei Nacht. (Richter 6,27)

Wir wollen einmal innehalten und uns die Tragweite dieser Aufgabe anschauen.

Es scheint, als sei Joas, Gideons Vater, selbst ein Baalspriester gewesen. Der Altar, um den es hier ging, war durch eine Festung geschützt. Wir sprechen also von einem festen Bauwerk, nicht nur von einem einfachen Altar. Das Aschera-Standbild neben dem Altar lässt auf einen ganzen Komplex, vielleicht sogar einen Tempel schließen. Um diesen Komplex zu zerstören und in seiner Stabilität zu erschüttern, brauchte es zwei Stiere und zehn Männer. Das war keine leichte Aufgabe.

Hinzu kam, dass die Abiesriter offensichtlich großen Wert auf diesen Altar für Baal legten. Er schien ihr spirituelles Zentrum gewesen zu sein. Schließlich waren sie sehr geschockt und auf Rache aus, als sie den zerstörten Altar vorfanden.

Als nun die Leute der Stadt am Morgen früh aufstanden, siehe, da war der Altar des Baal niedergerissen und das Aschera-Standbild dabei umgehauen, und der zweite Stier war als Brandopfer auf dem neu erbauten Altar geopfert worden. Da sprachen sie zueinander: Wer hat das getan? Und als sie forschten und nachfragten, wurde gesagt: Gideon, der Sohn des Joas, hat es getan! Da sprachen die Leute der Stadt zu Joas: Gib deinen Sohn heraus! Er muss sterben, weil er den Altar des Baal niedergerissen und das Aschera-Standbild daneben umgehauen hat! (Richter 6,28-30)

Gideon ahnte diese Reaktion und zerstörte den Altar deshalb in der Nacht. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wo er die zehn Männer auftreiben konnte, die ihn bei dieser Mission unterstützten. Auch sie mussten sich der Gefahr für ihr Leben bewusst gewesen sein, als sie sich Gideon anschlossen.

Trotz all dieser Widrigkeiten, ließ sich Gideon jedoch auf das Wagnis ein. Er erfüllte Gottes Mission und bestand die Prüfung. Er war bereit sein Leben für die Sache Gottes einzusetzen. Und YHWH schützte ihn dabei.

Joas aber sprach zu allen, die bei ihm standen: Wollt ihr für Baal einen Rechtsstreit führen? Wollt ihr ihn erretten? Wer für ihn einen Rechtsstreit führt, der soll bis morgen sterben! Ist er Gott, so soll er einen Rechtsstreit für sich selbst führen, weil sein Altar niedergerissen ist! (Richter 6,31)

YHWH legte es Gideons Vater, dem Baalspriester, auf’s Herz, ihn zu retten. Niemand sollte dem auserwählten Helden Gottes schaden. YHWH bürgte dafür, denn Er hatte noch einen Plan mit Gideo und die Zeit zu sterben, war für ihn noch nicht gekommen.

Um ein Held vor YHWH zu sein, gilt es die heidnischen Festungen in unserem Leben zuerst einzureißen. Erst wenn wir uns um unseren direkten Nahbereich, um unser Haus und unser Leben kümmern und sie reinigen, können wir auch anderen den Weg in die Freiheit weisen. Es ist sehr wohl heldenhaft, an die eigenen errichteten Festungen in Form von ungöttlichen Überzeugungen, Gewohnheiten oder Gedankenmustern zu gehen. Erst wenn wir diese gestürzt haben, kann Gott uns gebrauchen, Sein Volk von der Unterdrückung des Satans zu befreien.

Außerdem lernen wir hier von Gideon auch, dass YHWH über unser Leben entscheidet. Auch wenn manche Situationen ausweglos erscheinen, muss das noch nicht das letzte Wort sein. YHWH hat einen Weg und einen Plan für uns vorbereitet und wenn wir Ihm vertrauen, wird Er uns durch jede Gefahr hindurch führen.

Haben wir also den Mut, uns auf diese Mission zu begeben?

Bildquelle: http://www.freebibleimages.org/illustrations/moody-gideon-midianites/

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